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Die Fakten über den Joint

 

Die internationale Gemeinschaft hat 1961 beschlossen, Cannabis aufgrund seiner nachweislichen Gesundheitsschädlichkeit und der Gefahr der Abhängigkeit in die Liste der Betäubungsmittel aufzunehmen, die nach dem Einheitsabkommen über Suchtstoffe (1961) einer Kontrolle unterliegen. Mittlerweile sind neue Technologien entwickelt worden, die den Anbau immer stärkerer Cannabis-Sorten ermöglichen…Daher sollte der Missbrauch von Cannabis dem Rat zufolge keinesfalls verharmlost oder als unvermeidlich betrachtet werden.“

 

Internationaler Suchtstoffkontrollrat (INCB) der Vereinten Nationen Presseerklärung zum INCB-Jahresbericht, 23. Februar 2000

 

 

  • DIE FAKTEN ÜBER DEN JOINT

 

Wenn Cannabis (Haschisch und Marihuana) heute eine der umstrittensten aller Drogen ist, dann nur aus einem Grund: Die Fakten über Cannabis – und es gibt diese Fakten – sind nur wenig oder gar nicht bekannt. 

 

Dieses Heft will Jugendlichen und Erwachsenen eine Orientierungshilfe zur Hand geben und helfen, das Dickicht der gegensätzlichen Meinungen und auch der Lügen zumindest ein wenig zu lichten.

 

 

 

  • DEFINITIONEN:

 

Was ist ein Joint?

Unter dem Szeneausdruck „Joint“ versteht man eine Art selbst gedrehte Zigarette, die, entweder pur oder mit Tabak vermischt, irgendeine Form der Pflanzendroge Cannabis enthält.

 

Was ist Cannabis?

Grundsätzlich ist Cannabis einfach die wissenschaftliche Bezeichnung für Hanf (Cannabis sativa), eine Pflanze, die weltweit verbreitet ist. Die Hanf- oder Cannabispflanze sondert aber auch ein Harz ab, das berauschende Wirkstoffe enthält. Mit dem Begriff Cannabis bezeichnet man deshalb im engeren Sinne eine bewusstseinsverändernde Rauschdroge, deren Rohstofflieferant die Cannabispflanze ist.

 

Was ist THC?

In den Harzabsonderungen (vor allem der weiblichen Blüten) der Cannabispflanze findet sich der eigentliche psychoaktive Wirkstoff der Droge, nämlich THC (Delta-9-Tetrahydrocannabinol), ein ätherisches Öl*. THC-armer Hanf (Nutzhanf) findet in der Industrie Verwendung, während wirkstoffreiche Cannabispflanzen als so genannter Drogenhanf  der Herstellung von Haschisch und Marihuana dienen, den beiden hauptsächlichen Erscheinungsformen von Cannabis auf dem Drogenmarkt.

 

*Ätherische Öle sind meist stark aromatisch riechende Öle, die aus Pflanzen gewonnen werden und vollständig verdunsten können.

 

Was ist Marihuana?

Marihuana („Cannabiskraut“) sind getrocknete und grob zerkleinerte Blätter und Stengelstückchen der Cannabispflanze, die mit den wirkstoffreichen Blütenspitzen vermischt werden. Andere gängige Bezeichnungen für Marihuana sind „Gras“ oder „Pot“.

 

Was ist Haschisch?

Haschisch („Cannabisharz“) ist das abgesonderte Harz der Cannabispflanze, das aus Drüsenköpfen der Blütenstände gewonnen wird. Haschisch ist im Prinzip nichts anderes als konzentriertes Cannabis. Das Harz wird getrocknet und gewöhnlich in Form von gepressten Platten und Klumpen vertrieben. Gängige Bezeichnungen sind „Hasch“ oder „Shit“. Haschisch ist in der Regel wirksamer als Marihuana. Haschisch und Marihuana werden pur oder mit Tabak vermischt als „Joint“ oder in der Pfeife geraucht oder zusammen mit Nahrungsmitteln (z. B. Kekse) eingenommen.

 

 

 

  • DIE WELT SETZT SICH ZUR WEHR

 

Vor kaum mehr als 100 Jahren waren Opium und Morphium noch in vielen Teilen der Welt frei verkäuflich, der deutsche Chemie-Riese Bayer warf Heroin als Medikament und als Alternative zu Morphium auf den Markt, und der Hauptwirkstoff von Coca-Cola war nicht etwa Koffein, sondern das, was der Name auch heute noch unterschwellig verspricht: Kokain.

 

Aber die sozialen Folgen des Konsums dieser Stoffe waren schon damals unübersehbar. Im Jahre 1912 schlossen deshalb 13 Staaten den ersten Anti-Drogen-Pakt, das so genannte „Internationale Opium Abkommen“.

 

Unter der Führung Ägyptens und der Türkei forderten 1925 die Delegierten aller Cannabiskonsum-Länder auf einer weiteren „Opium-Konferenz“ die Ächtung von Cannabis als gefährliche und sozialschädliche Droge. Der Antrag wurde einstimmig verabschiedet.

 

36 Jahre später, im Jahre 1961, fällten 500 Delegierte aus 74 UN-Ländern erneut ein einstimmiges Urteil: „Der Gebrauch von Cannabis ist in jeder Hinsicht gefährlich, ob in physischer, psychischer oder sozialer.“

 

Vor diesem Hintergrund wurde Cannabis im „Einheitsabkommen über Suchtstoffe“ (Single Convention on Narcotic Drugs) in allen Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen verboten.

 

In den Folgejahren wuchs die Anzahl der Unterzeichnerstaaten auf heute 180 an (Stand 2004), darunter auch alle EU-Staaten.

 

Einige wenige Länder kapitulieren vor der Droge oder stellen den Besitz geringer Mengen straffrei. Aber die internationale Sichtweise ist dennoch eindeutig.

 

Die Gründe dafür sind es ebenfalls.

 

 

 

  • CANNABIS: STAND DER WISSENSCHAFT

 

Cannabis-Befürworter werden immer wieder mit Äußerungen zitiert, wonach die behaupteten Gefahren der Rauschdroge für Körper und Geist „wissenschaftlich (noch) nicht bewiesen“ seien und Cannabis deshalb quasi „ungefährlich“ sei.

 

Der internationale Stand der Wissenschaft zum Thema Cannabis kann zum jetzigen Zeitpunkt wie folgt zusammengefasst werden:

 

1. Die beobachteten Zusammenhänge zwischen Cannabiskonsum und möglichen Folgeschäden sind ausnahmslos erschreckend.

 

2. Bei chronischem Konsum besteht kein Zweifel darüber, dass gravierende körperliche und geistige Folgeschäden drohen, viele davon möglicherweise irreversibel.

 

„Kein einziger dieser Berichte bescheinigt Cannabis, ungefährlich zu sein.“

Dr. Carlton E. Turner

nach Auswertung aller zwischen 1964 und 1982 durchgeführten Studien und Abhandlungen über Cannabis (insgesamt 6500)

 

Auch die Gleichung „nicht belegt = ungefährlich“ ist fatal, wie man eindrucksvoll am Beispiel der Tabakforschung sieht:

 

50 Jahre und Tausende von wissenschaftlichen Untersuchungen waren nötig, um die

Erkenntnis durchzusetzen, dass Tabak nicht harmlos ist und dass es einen direkten Zusammenhang zwischen Tabakrauchen und Krebs, Herzleiden und anderen Krankheiten gibt. Erst nach jahrzehntelangen Untersuchungen galt ein Zusammenhang als erwiesen, der die ganze Zeit über vorhanden war.

 

Während dieser Untersuchungsphase und der gleichzeitigen Verharmlosung und Glorifizierung von Tabak starben weltweit allein in den Industrieländern über 60 Millionen Menschen an den langfristigen Folgen des Rauchens.

 

Wer unter diesen Vorzeichen Cannabis als „ungefährlich“ bezeichnet, verkennt die Lage.

 

Es ist verständlich, dass sich Konsumenten und Drogen-Fürsprecher auf wenige gegenteilige Auffassungen berufen. Es wird der Problematik aber nicht gerecht, die überwältigende Mehrheit der weltweit anerkannten Experten, die Cannabis ein enormes Gefährdungspotenzial bescheinigen, einfach auszublenden.

 

„…die Vielzahl der in den letzten Jahren durchgeführten Studien [konnte] die Gefährlichkeit des Cannabis nicht widerlegen…“

J. v. Scheidt

Handbuch der Rauschdrogen, 2003

 

 

 

  • KÖRPERLICHE FOLGEN UND RISIKEN

 

Die vielleicht unappetitlichste und folgenschwerste Eigenschaft von Cannabis ist die, dass sein Hauptwirkstoff THC und über 80 weitere so genannte Cannabinoide nicht wasserlöslich sind, sondern nur fettlöslich. Diese Stoffe, die nur in der Cannabispflanze vorkommen, lösen sich weder in Wasser noch in Blut noch in Urin auf. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass sie sich im Körper ablagern, und zwar vorwiegend in den fetthaltigen Organen wie im Gehirn und in den Geschlechtsdrüsen (Hoden, Eierstöcke), des Weiteren in der Milz, in der Lunge und in der Leber.

 

Cannabinoide verbleiben in den fetthaltigen Teilen jeder Zelle des Körpers.

 

Der Abbau erfolgt so langsam, dass selbst ein Gelegenheitskonsument die Droge eigentlich immer im Körper hat. Der Konsum eines Joints kann noch nach Wochen im Körper nachgewiesen werden, bei Dauerkonsumenten noch Monate, nachdem man mit dem Rauchen von Haschisch oder Marihuana aufgehört hat.

 

Bei auch nur wöchentlichem Konsum beginnt der Körper zudem, alle diese Gifte in seinen Organen und im Fettgewebe regelrecht anzuhäufen und dauerhaft zu speichern. Über die langfristigen Auswirkungen dieses Umstands kann man bisher nur spekulieren.

 

 

 

  • CANNABIS UND DIE ATEMWEGE

 

Die Reizung der oberen Luftwege beim Rauchen von Cannabis ist etwa 15-mal stärker als bei Tabak. Das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, ist 5- bis 10-mal größer als bei Zigarettenrauchern. Dauerkonsumenten erkranken häufig an chronischer Bronchitis, also an einer Entzündung der Atemwege. Haschisch oder Marihuana gemischt mit Tabak verdoppelt nicht etwa das Risiko von Lungenschäden, sondern vervielfacht es. Bei Mischkonsum treten Schädigungen der Atemwege Jahre und Jahrzehnte früher auf als bei Nur-Tabak-Rauchern.

 

 

 

  • CANNABIS UND FORTPFLANZUNG

 

Cannabis beeinflusst die Reifung und Beweglichkeit männlicher Spermien erheblich. Deformierungen und Veränderungen der Zellstrukturen, also verkrüppelte Spermien, sind bei fortgesetztem Konsum die Regel.

 

Schon bei kleinen THC-Mengen wird die Produktion des männlichen Sexualhormons Testosteron für 24 Stunden lahm gelegt. Cannabis wird regelmäßig auch mit Frühgeburten, Fehlgeburten und Störungen des weiblichen Menstruationszyklus in Verbindung gebracht. Es gilt als wahrscheinlich, dass Cannabiskonsum während der Schwangerschaft bleibende Nervenschäden beim werdenden Kind verursachen und zur Geburt von Babys von unterdurchschnittlicher Größe und Gewicht führen kann.

 

 „Von allen Drogen, die wir untersucht haben, hatte keine so starke und lang anhaltende Wirkungen auf diese Hormone [Testosteron und andere Geschlechtshormone] wie THC.“

Dr. Carol Smith

Marihuana-Forscherin

 

 

 

  • CANNABIS UND DAS GEHIRN

 

Cannabis wirkt massiv auf das Gehirn und löst dort zahlreiche nicht erforschte chemische Vorgänge aus. Bei umfangreichen klinischen Testreihen mit Marihuana und Rhesusaffen wurden Hirnzellschäden in allen Teilen des Gehirns festgestellt, teilweise von dramatischen Ausmaßen. Einige dieser Schäden bewirken, dass der Informationsfluss im Gehirn wesentlich verlangsamt wird.

 

Es ist keine Frage, dass Tierversuche nicht uneingeschränkt auf Menschen übertragen werden können. Es ist aber auch keine Frage, dass es kein menschliches Gesundheitsproblem gibt, das nicht zuerst im Reagenzglas und dann bei Tieren erforscht wurde. Die dort gewonnenen Erkenntnisse sind fester Bestandteil der heutigen Medizin.

 

 

  • CANNABIS UND ERBSCHÄDEN

 

Cannabis gehört zu den wenigen Drogen, die bereits bei üblicher Dosierung abnorme Zellteilungen und schwerste Erbgutschädigungen bewirken können.

 

„Ich kann es folgendermaßen zusammenfassen: In den 20 Jahren, in denen ich menschliche Zellen untersucht habe, habe ich niemals irgendeine andere Droge erlebt, einschließlich Heroin, die ähnlich schlimme DNS-Schäden hervorgerufen hat wie Marihuana.“

Akiro Morishima

amerikanischer Zellforscher, Spezialist für die Auswirkungen von Drogen auf Zellstrukturen

 

 

 

  • KÖRPERLICHE FOLGEN UND RISIKEN DES CANNABIS-KONSUMS

 

- Anhäufung von THC in Gehirn, Hoden, Eierstöcken, Leber etc.

 

- Wachstumsstörungen bei Jugendlichen

 

- Schmerzen im Brustkorb, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen

 

- Unterdrückung des Immunsystems

 

- Abnorme Spermien und Eizellen, gestörter Menstruationszyklus

 

- Fünf- bis zehnfach erhöhtes Lungenkrebsrisiko gegenüber Tabak-Rauchern

 

- Drastische Erhöhung der Herzschlagfrequenz, Herzinfarktrisiko

 

- Zerstörung des körpereigenen Vitaminhaushalts

 

- Ernsthafte Schädigung des gesamten Atemsystems

 

- Schädigungen des Erbguts

 

- Verdacht auf (bleibende) Hirnschäden

 

 

 

  • CANNABIS UND DAS IMMUNSYSTEM

 

Es gibt zahllose Untersuchungen, wonach das Immunsystem des Körpers, das von den weißen Blutkörperchen getragen wird, durch Cannabis nachhaltig geschädigt wird, vor allem natürlich bei Dauerkonsum. Der Grund lliegt in der Tatsache, dass THC die Eigenschaft hat, alle Arten von weißen Blutkörperchen in ihrer jeweiligen Funktionsweise und „Kampfkraft“ gegen Fremdkörper zu schwächen. Beispielsweise funktioniert die „Abwehr-Armee“ der so genannten T-Lymphozyten nach dem Prinzip, Viren aller Art und Krebszellen zu umzingeln und durch schnelle Teilung so viele „Soldaten“ zu produzieren, dass der feindliche Fremdkörper durch die eigene Übermacht vernichtet werden kann. THC unterbindet diese Zellteilungsfähigkeit. Statt 1000 T-Lymphozyten- „Soldaten“ stehen nur noch 500 zur Verfügung.

 

Dies erklärt auch, warum chronische Cannabis-Raucher in aller Regel wesentlich öfter krank sind als Menschen, die keine Drogen konsumieren. Es ist eine Tatsache, dass akute wie auch chronische Beschwerden bei Konsumenten nach dem Aufhören mit dem Rauchen von Cannabis zum großen Teil oder gänzlich verschwinden. Diese Beobachtung machen nicht nur Ärzte und Forscher, sondern vor allem auch ehemalige Cannabis-Konsumenten.

 

 

 

  •  „NATURPRODUKT“ CANNABIS?

 

Cannabis ist – wie alle Drogen – grundsätzlich nichts anderes als ein Gift (daher: Rauschgift). Aus medizinischer Sicht ist auch der schönste Drogenrausch nicht mehr und nicht weniger als eine Vergiftung. Gifte sind gesundheitsschädliche oder lebenszerstörende Stoffe. Nichts anderes gilt für Cannabis. Es verhält sich wie alle Gifte, nur dass es langfristig nicht nur den Körper, sondern auch Verstand und Persönlichkeit zerstört. Dass Cannabis ein „Naturprodukt“ ist, wie Konsumenten immer wieder betonen, ändert nicht das Geringste an seiner zerstörerischen Wirkung. Die meisten der bekannten Rauschdrogen sind pflanzlicher Herkunft. Belladonna (Tollkirsche), Datura (Stechapfel) und Peyotl (Peyote-Kaktus) sind klassische Pflanzendrogen. Kokain wird aus den Blättern des südamerikanischen Coca-Strauchs gewonnen, Opium aus dem Milchsaft der Kapseln der asiatischen Schlafmohnpflanze. Gift ist Gift. Der Aspekt „Natur“ ist kein Gütesiegel, wenn man von einer Schlange gebissen wird.

 

„Mit 15 rauchte ich meinen ersten Joint. Ich wollte in meinem Freundeskreis nicht als Außenseiter dastehen. Heute spritze ich Heroin, und ich bin fertig.“

Jean

 

 

  • PSYCHISCHE FOLGEN UND RISIKEN

 

THC beeinflusst eine Reihe von mentalen Funktionen und gefährdet nicht nur den Cannabis-Konsumenten selbst.

 

Ein Beispiel: Die US-Marine führte Untersuchungen mit Testpersonen an Flugsimulatoren durch. Die Berufspiloten machten bereits nach dem Rauchen eines einzigen Haschisch-Joints schwer wiegende Flugfehler. Keiner von ihnen war in der Lage, das virtuelle Flugzeug gerade auf der Landebahn aufzusetzen. Einer von ihnen landete fünf Meter neben der Piste. Ungeachtet dessen meinte jeder der Piloten, „top“ in Form zu sein. Die mentalen Beeinträchtigungen waren auch 24 Stunden später noch eindeutig messbar.

 

Cannabis verengt die Wahrnehmung der realen Welt erheblich, auch wenn es nur bei hohen Dosen zu echten Halluzinationen kommt. Komplexe Geschehen können nicht mehr bewältigt werden. Was der Konsument subjektiv als Bewusstseinserweiterung empfindet, ist in Wirklichkeit eine Bewusstseins-minderung. Selbst wenn man will, gelingt es nicht mehr, die Welt so wahrzunehmen, wie sie ist. Das Zeitgefühl geht verloren, zeitliche und vom Sinn her bestimmte Abläufe können nicht mehr genau eingehalten werden. Es gibt zahllose Beispiele folgenschwerer Unfälle, einschließlich Autounfälle, die auf die akute Wirkung von Cannabis-Konsum zurückgeführt werden können.

 

Cannabis gehört zu den Drogen, die jederzeit auch Psychosen oder psychoseähnliche Zustände auslösen oder verschlimmern können*.

 

* Z.B. Studie am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZSG) in Mannheim, veröffentlicht im Juli 2002.

 

Wie chronische Cannabis-Raucher bestätigen, zählen zu den psychischen Folgen eines fortgesetzten Konsums in erster Linie Konzentrationsstörungen, verminderte Aufnahmefähigkeit, Gedächtnislücken und generell Lernschwierigkeiten (Schule, Studium).

 

Unter Cannabis-Einfluss kann sich zudem eine Art Antriebslosigkeit herausbilden und – bei chronischem Konsum – verfestigen. Prägende Elemente sind Interesselosigkeit, Gefühlsarmut und Verlust der Tatkraft („Amotivationssyndrom“), mit oft ernsthaften Auswirkungen auf Beruf, Familie und das sonstige soziale Umfeld.

 

Die ursächliche Verantwortlichkeit von Cannabis für die sprichwörtliche Lethargie und Passivität von „Kiffern“ mag wissenschaftlich strittig sein. Beobachtbar ist das Phänomen dennoch – auch für Laien.

 

Die meisten großen (Langzeit-) Studien über Cannabis wurden in den Vereinigten Staaten in den 60er und 70er Jahren mit Marihuana durchgeführt, das einen THC-Gehalt von 1% bis 2,5% aufwies. Schon damals konnten die Ergebnisse dieser Studien nur sehr begrenzt auf das wesentlich stärkere Haschisch übertragen werden. Heute werden diese Studien auch dem Gefahrenpotenzial von Marihuana nicht mehr gerecht. Das Straßen-Marihuana der 60er Jahre hatte in der Regel einen THC-Gehalt von 0,5% und noch 1970 nur unwesentlich mehr (bis 1%). Im Jahr 2000 enthielten bereits über 40% der vom Bundeskriminalamt analysierten Marihuana-Proben mehr als 7% THC, jede vierte Probe mehr als 10%. Neue Pflanzenzüchtungen mit 15% bis 20% THC-Gehalt und höher sind keine Seltenheit mehr (BKA-Proben 2000: 8%). Eine grundsätzliche Unterscheidung in „schwaches“ Marihuana und „starkes“ Haschisch ist nicht mehr möglich, auch wenn – marktbedingt – Haschisch im Mittel nach wie vor stärker ist als Marihuana.

 

Zu den schwer wiegenden psychischen Folgen des Cannabis-Konsums müssen auch folgende Aspekte gezählt werden:

 

1) Rauschdrogen wie Cannabis zerstören die Fähigkeit, Problemen ins Auge zu sehen und sie zu lösen. Dies ist auch der Grund, warum bestimmte unerwünschte Empfindungen, die man mit Hilfe von Drogen zu vergessen oder zu beheben versucht, nach Abklingen der Wirkung der Droge immer ein kleines bisschen mehr da zu sein scheinen, zumindest für den Drogenkonsumenten. Der „Schmerz“ ist nicht etwa kleiner, sondern größer – was dazu beiträgt, weiterhin Drogen zu nehmen.

 

2) Alle Rauschdrogen erzeugen ein künstliches Hochgefühl, das nachweislich die Fähigkeit zerstört, auch ohne Drogen ein „High“ oder Freude zu erleben. Cannabis ist hier keine Ausnahme.

 

3) Auf Dauer vernichtet Cannabis jede klare Ordnung im Verstand. Wahrnehmungen werden verschwommen aufgezeichnet oder zeitlich falsch zugeordnet. An manches kann man sich überhaupt nicht mehr erinnern. Ein amerikanischer Drogenexperte schreibt treffend: „Das ist das Fatale an Drogen. Man versucht eine schmerzhafte Situation zu lindern, stattdessen vernebelt man das einzige Werkzeug, das man hat, um das Problem wirklich zu lösen.“

 

4) Drogen wie Cannabis zerstören Kreativität, Fähigkeit, Bewusstsein – und Zielsetzungen. Und damit den Motor des Lebens.

 

  • PSYCHISCHE FOLGEN UND RISIKEN DES CANNABIS-KONSUMS

 

- Lernschwierigkeiten, vermindertes Aufnahme- und Erinnerungsvermögen

 

- Konzentrationsschwierigkeiten

 

- Persönlichkeitsveränderungen, Veränderung der Gemütslage

 

- Rückzug auf sich selbst – mit entsprechenden Problemen bei der Lebensbewältigung

 

- Motivationsmangel, Ziellosigkeit, Interesselosigkeit

 

- Psychosen, psychoseähnliche Zustände

 

- Vermindertes Bewusstsein

 

- Zerstörung der natürlichen Lebensfreude

 

 

 

  • IST CANNABIS EINE „EINSTIEGSDROGE“?

 

Wenn man mit Einstiegsdroge meint, dass ein Cannabis-Raucher zwangsläufig bei Kokain oder Heroin landet, dann ist die Antwort ein klares Nein.

 

Wenn man mit Einstiegsdroge meint, dass der Weg zu Drogen wie Kokain und Heroin praktisch immer über Marihuana und Haschisch führt, dann ist die Antwort ein klares Ja.

 

Wer die Tür zu Cannabis geschlossen lässt, der wird in aller Regel nie bei schweren Suchtdrogen ankommen. Den Sprung von der Zigarette oder von Alkohol zu Kokain oder Heroin gibt es nur in den seltensten Fällen (weniger als ein Prozent nach einer landesweiten amerikanischen Untersuchung der NIDA* aus dem Jahre 1982).

 

* National Institute on Drug Abuse

 

Cannabis hat zwar nur ein geringes körperliches Abhängigkeitspotenzial, das psychische Abhängigkeitspotenzial ist jedoch hoch und wird regelmäßig unterschätzt. 1995 suchten allein in den USA 165 000 Konsumenten Hilfe bei Beratungsstellen, um von Marihuana loszukommen. Auch in Deutschland fragen jährlich fast 15000 Kiffer um ambulante Behandlung an.

 

„Meinen ersten Joint bekam ich auf dem Schulhof. Jetzt bin ich heroinabhängig und habe gerade meinen achten Entzug hinter mir.“

Christian

 

Generell teilen sich Cannabis-Raucher früher oder später in zwei Gruppen: Aussteiger und Umsteiger. Die meisten Konsumenten hören mit dem Rauchen der Droge auf – weil sie die Wirkungen und Nebenwirkungen auf Dauer nicht mehr wünschenswert oder erträglich finden. Der Rest der chronischen Cannabis-Raucher geht früher oder später auch zu stärkeren Suchtdrogen über, mit nur wenigen Ausnahmen. Der erwähnten amerikanischen Untersuchung zufolge wechselten von den in der Studie erfassten Personen, die 1000-mal und öfter Marihuana geraucht hatten, 73 Prozent zu Kokain und 23 Prozent zu Heroin.

 

„Mit Drogen tot oder ohne Drogen lebendig – eine andere Wahl gibt es nicht. Drogen rauben dem Leben

all jene Gefühle und Freuden, die das Leben überhaupt erst lebenswert machen.“

L. Ron Hubbard

amerikanischer Philosoph und geistiger Vater der weltweit tätigen Drogen-Selbsthilfeeinrichtung Narconon

 

 

  • EIN JOINT IST KEIN GLAS BIER

 

Alkohol besteht nur aus einer einzigen Substanz: Ethanol.

 

Cannabis dagegen enthält über 400 chemisch oft sehr komplexe Bestandteile, von denen einige noch nicht einmal erforscht sind. Diese Verbindungen verwandeln sich beim Rauchen in 2000 weitere, die bei ihrem Abbau im Körper wiederum hunderte neue chemische Substanzen erzeugen.

 

Alkohol ist eine körpereigene Substanz, THC ist eine körperfremde Substanz.

 

Alkohol wird innerhalb von Stunden im Körper abgebaut (≈0,1 Promille pro Stunde), Cannabinoide sowie ihre Abbauprodukte können für immer im Körper verbleiben.

 

THC schädigt das Immunsystem, Alkohol tut das nicht.

 

Die verheerenden Wirkungen von Alkoholmissbrauch sollen hier keinesfalls verharmlost werden. Tatsache ist aber, dass Alkohol in geringen Mengen und bei unregelmäßigem Gebrauch im gesunden Menschen nicht nennenswert schädlich ist und nur als Rauschmittel letztlich fatale Folgen nach sich zieht. Cannabis hingegen wird von vornherein nur zur Erzeugung eines Rausches eingenommen – als ausschließlich gewünschte Wirkung– und verursacht hierbei eine breite Palette von Störungen und Krankheiten.

 

„Medizinisch und psychologisch gesehen ist Haschisch auf jeden Fall gefährlicher als Alkohol.“

J. v. Scheidt

Handbuch der Rauschdrogen, 2003

 

 

  • KEINE „HASCHISCH-TOTEN“?

 

Wenn es keine „Haschisch-Toten“ gibt, wie einige Befürworter behaupten, dann gibt es auch keine Tabak-Toten. Selbst Kettenraucher sterben nicht an einer Überdosis Nikotin – dafür aber an den langfristigen Folgen des Konsums.  Niemand weiß, wie viele Cannabis-Opfer sich bereits heute weltweit in den Statistiken über Lungenkrebstote, Herztote, Verkehrstote und in den Selbstmordstatistiken verbergen.

 

„Marihuana beinhaltet die schlimmsten Wirkungen von Alkohol und Tabak. Es hat die Rauschwirkung von Alkohol und die lungenschädigenden und Krebs verursachenden Wirkungen des Tabaks sowie viele andere gefährliche Auswirkungen, die wir bei keinem von beiden kennen.“

Dr. Robert DuPont

ehem. Direktor des National Institute on Drug Abuse, der wichtigsten amerikanischen Institution gegen Drogenmissbrauch

 

 

  • CANNABIS – EINE „WEICHE“ DROGE?

 

Weich“ soll in diesem Zusammenhang „körperlich nicht süchtig machend“ bedeuten, was bei Cannabis nur bedingt zutrifft und den Aspekt des psychischen Abhängigkeitspotenzials außer Acht lässt.

 

Die Begriffswahl „weich“ suggeriert aber weit mehr, als sie definitorisch soll, nämlich eine relative Harmlosigkeit bestimmter Substanzen gegenüber den so genannten „harten“ Drogen. Dieser Logik zufolge wäre eine explodierende Handgranate auch „weich“, stellt man ihr die unmittelbaren Wirkungen einer Bombe gegenüber. Klassifiziert man Drogen nach ihren tatsächlichen gesundheitlichen und sozialen Auswirkungen, ihren Auswirkungen auf Verstand und Persönlichkeit, dann wird schnell offensichtlich, dass „weiche“ Drogen ein Mythos sind. Dies gilt erst recht, wie dargelegt, für Cannabis.„

 

„Keine andere Droge wird vom Menschen gebraucht oder missbraucht, die so lange im Körper verbleibt wie Cannabis. Und es gibt keine andere legale oder illegale Droge, die jedes wichtige Organ des Körpers angreift, jedes System im Körper und jede einzelne Zelle.“

Dr. Carlton E. Turner

Cannabis-Forscher mit Weltruf

 

  • SCHLUSSWORT

 

Niemand bestreitet, dass manche Menschen – bei weitem nicht alle – angenehme Gefühle durch das Rauchen von Haschisch oder Marihuana erfahren. Und niemand müsste gegen diese oder andere Drogen sein, wenn sie nur das täten, was sie vorgaukeln zu tun.

 

Aber der Preis für Cannabis ist nicht der Preis, den man dem Dealer zahlt. Der wirkliche Preis ist immer ein Teil des eigenen Lebens.

 

Auf die Frage, was er für die gefährlichste Droge halte, antwortete der amerikanische Drogenexperte und Ex-Junkie John Duff: „Marihuana.“ Warum? Weil Marihuana nicht im Gewand des Totschlägers daherkommt, mit dem Dolch in der Hand, wie Heroin, sondern als Freund und Seelentröster, als „harmloser“ Spielgefährte, der alle um den Finger wickelt, während er systematisch die Zerstörung ganzer Generationen betreibt.

 

Wir hoffen, Ihnen dabei geholfen zu haben, sich eine Vorstellung von der wahren Natur von Cannabis zu machen.

 

Wer heute lautstark für die „Ungefährlichkeit“ von Cannabis wirbt, muss sich zumindest den Vorwurf der Unkenntnis und der Verharmlosung gefallen lassen.

 

Und falls Sie selbst Cannabis rauchen: Hören Sie damit auf, auch wenn es schwer fallen mag. Sie werden schnell merken, dass Sie die richtige Entscheidung getroffen haben.

 

„Die meisten Schwerstabhängigen begannen mit Marihuana.“

Vereinte Nationen, 2001

 

 

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